Der vollständige Titel des Dokuments, das diesem Projekt seinen Namen gibt, lautet "Musica et scholica enchiriadis": ein Lehrbuch für mehrstimmige Musik. Das besondere an ihm ist sein Alter, denn man kann es bis ins 9. oder 10. Jahrhundert zurückdatieren, in eine Zeit, in der es sakrale Musik nur einstimmig gab. Die Mehrstimmigkeit war erfunden.
In Kooperation mit der Philharmonie Essen, der Folkwang-Hochschule, der Domschatzkammer Essen und der Katholischen Akademie "Die Wolfsburg" führt Sie dieses Projekt in die Geschichte der geistlichen Musik ein und präsentiert Ihnen Werke der sakralen Musikgeschichte von der Musica Enchiriadis bis zum zeitgenössischen Requiem von Hans Werner Henze.
Fachliche Tagungen auf der "Wolfsburg" erörtern die Musikgeschichte in der Theorie; die Konzertreihe von Februar bis Juni lädt Sie dazu ein, die Musik
mit eigenen Ohren zu genießen. Und weil jedes Wort klingt, können Sie mit der
CD "
Omne verbum sonat" die Musik auch jenseits von Kirchenschiff und Konzertsaal daheim genießen. Kein Wunder, dass Musica enchiriadis ein Teilprojekt von !
SING ist, dem RUHR.2010-Leitprojekt rund um den Gesang.
Vom 1. Februar bis 31. Juni 2010 können Sie sich die Musica enchiriadis als besonderen Höhepunkt in der Domschatzkammer ansehen - sowohl das über 1100 Jahre alte Originaldokument als auch eine digitale Aufbereitung. So wird Musikgeschichte begreifbar. Wie oft das seltene Pergament noch in der Öffentlichkeit zu sehen sein wird, ist ungewiss; nutzen Sie RUHR.2010 daher, um einmalige Eindrücke zu sammeln.
Die Handschrift der "musica enchiriadis" ist eine Leihgabe der Stadt Düsseldorf an die Universitäts- und Landbibliothek Düsseldorf.